Termine 2011

     

Lebenslauf

Ursula Philippi (geb. 1955) studierte Orgel und Klavier zunächst privat bei Eckart Schlandt, dem Organisten der Schwarzen Kirche in Kronstadt/Brasov, sodann an der Staatlichen Musikhochschule in Bukarest bei Lidia Sumnevici.

In der Studienzeit war sie Finalistin beim Internationalen Orgelwettbewerb "Anton Bruckner" in Linz (1978) und doppelte Preisträgerin beim Internationalen Orgelwettbewerb Prager Frühling (1979).

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Organistin ist sie seit 1985 Kantorin der evangelischen Gemeinde Hermannstadt/Sibiu, wo sie an der grössten Orgel Siebenbürgens, einem Werk mit 80 Registern von Wilhelm Sauer (1914) amtiert.

Seit der politischen Wende in Rumänien (1990) betreut sie als Dozentin die wiedereingerichtete Orgelklasse an der staatlichen Musikhochschule "Gh. Dima" in Klausenburg/Cluj, wo sie eine wachsende Anzahl von Orgelstudierenden aller in Siebenbürgen vertretenen Konfessionen unterrichtet. Ihre Dissertation zum Thema "Rolul orgii în liturghia Bisericii Evanghelice din Transilvania (Die Rolle der Orgel in der Liturgie der Evangelischen Kirche Siebenbürgens)" verteidigte sie 2006.

Seit 2007 ist sie Professorin. Sie unterrichten künstlerisches Orgelspiel und hält einen Kurs über Historische Aufführungspraxis für Masters-Studierende. Im Mai 2008 besuchte die von ihr geleitete Orgelklasse einen Meisterkurs mit Tillmann Benfer in Amsterdam, Het Orgelpark. Gemeinsam mit den Studierenden werden regelmäßig interessante Orgeln Siebenbürgens besucht und erforscht.

Im September 2010 gestaltete die von ihr geleitete Orgelklasse ein vielbeachtetes Multimedia-event im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals von Radio Bukarest.

Konzertreisen führten sie unter anderem nach Japan, in den europäischen und in den asiatischen Teil der ehemaligen Sowjetunion, nach Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn, in die Tschechische und Slowakische Republik, nach Kroatien, Luxemburg, in die Schweiz, sowie sehr oft nach Deutschland. Schwerpunkte ihres Repertoires sind Musik aus Siebenbürgen von der Renaissance bis zur Gegenwart sowie Werke der deutschen Orgelromantik.
Das von ihr gegründete Ensemble "Cantate Domino" führt in zwangloser Folge Alte Musik verschiedener europäischer Regionen sowie in siebenbürgischen Archiven entdeckte geistliche Musik auf. Ihre Doppel-CD Einspielung "Orgellandschaft Siebenbürgen" (erschienen bei Dabringhaus und Grimm, Detmold) erhielt 1993 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Vierteljahresliste). Beim gleichen label hat Ursula Philippi an der restaurierten Sauer-Orgel von Hermannstadt 1998 sämtliche Sonaten von August Gottfried Ritter eingespielt.


Ihr Engagement gilt auch der Rettung und Restaurierung von Orgeln in Siebenbürgen, die in ihrem wertvollen Bestand akut gefährdet sind. In diesem Sinn gehört Ursula Philippi zu einem Fachausschuß bei der Evangelischen Landeskirche, der versucht, die Instrumente vor dem Verfall zu bewahren.

Ausführliche und aktuelle Informationen dazu bietet die Orgeldatei der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.

Im September 2005 war Ursula Philippi Mitglied der Jury beim Internationalen Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb in Freiberg und Dresden und Gast des Internationalen Gottfried Silbermann-Festivals. Im April 2008 war sie an der CD-Produktion der Siebenbürgischen Passionsmusik nach Matthäus von Hans Peter Türk beteiligt, die von der Meißner Kantorei unter Christfried Brödel in Burgstädt/Deutschland aufgenommen wurde und die im Februar 2009 bei Dabringhaus und Grimm erschienen ist. Im Mai 2009 erhielt die CD mit Türks Matthäuspassion den Supersonic Award von pizzicato in Luxemburg.